Große und kleine Künstler

WN vom 15.08.2017:

Große Kunst für kleine Leute: Die Burgfreunde ermöglichten 19 Kindern eine ganz besondere Führung durch die Ausstellung „Wenn beide Eltern Enten sind“. Künstler Frantz Wittkamp verriet ihnen dabei, wer die Personen auf den Bildern sind.

Von Niklas Tüns
 „Sind Sie das auf dem Bild?“ Die sechsjährige Sophie zeigte auf ein großes Porträt an der Wand. „Nein“, entgegnete ihr Frantz Wittkamp. „Aber der Mann ist wie ich auch ein Künstler. Er heißt Picasso, ist aber mittlerweile verstorben.“ Sophie quittierte diese neue Erkenntnis mit einem langgezogenen „Aaaah“. Am Dienstag war sie eine von 19 Teilnehmern einer ganz besonderen Führung durch die Ausstellung „Wenn beide Eltern Enten sind“. Wittkamp erklärte anlässlich der Ferienfreizeit der Burgfreunde den Kindern seine Werke.

Gebannte Zuhörer

Auf einem anderen Bild ist ein Jo-Jo-spielender Mann zu sehen. „Bei alten Gemälden halten die Menschen oft einen Degen in der Hand. Da dachte ich, ein Jo-Jo geht doch auch“, so Wittkamp, der gemeinsam mit seiner Frau Annette an der Seppenrader Straße eine Galerie besitzt. „Die habe ich mit meiner Mama schon einmal besucht“, sagte die achtjährige Silja. „Mir haben die Gedichte am besten gefallen, die sind witzig.“ Von denen trug Wittkamp dann spontan auch ein paar vor, während die Jungen und Mädchen gebannt zuhörten. „Ich bin begeistert, wie gut sich die Kinder in der Ausstellung benehmen“, meinte Doris Winkelmann von den Burgfreunden. „Sie lernen, dass man die Werke nicht einfach anfassen soll, haben aber trotzdem Spaß.“

Ausrufezeichen, Herz daneben – Dich vergesse ich nie im Leben.

Frantz Wittkamp beim Autogrammgeben

Als Erinnerung an den kurzweiligen Nachmittag gab es für jedes Kind ein Autogramm – nicht einfach nur eine banale Unterschrift, sondern mit einem Ausrufezeichen sowie einem Herz. „Herr Wittkamp hat beim Unterschreiben Folgendes gesagt: ‚Ausrufezeichen, Herz daneben – Dich vergesse ich nie im Leben‘“, erzählte Merle. Auch Sophie ging mit einer unterschriebenen Eintrittskarte nach Hause. „Sie kommt in mein Malbuch, da ist noch eine Seite frei“, so die Sechsjährige. „Ich male nämlich auch, am liebsten Prinzessinnen und Sonnenblumenwiesen.“ Die kleine Nachwuchskünstlerin behält die Bilder aber – wie der große Künstlerkollege Wittkamp – nicht nur für sich. „Ich verschenke sie auch an Verwandte.“

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